In einer Markt- und Standortanalyse
werden zu folgenden Bereichen Aussagen getroffen:
- Marktinformationen
- Markt- bzw. Einzugsgebiet
- Zielgruppe
- Wettbewerbssituation
- Standortfaktoren
Die Marktinformationen
Eine Geschäftsidee, der ausgeprägte
Wille zur Selbstständigkeit, eine gute kaufmännische und fachliche Qualifikation
und eine ausreichende finanzielle Ausstattung sind zwar wichtige Voraussetzungen
zur Gründung eines Unternehmens, reichen aber nicht aus. Der Markt und
hier insbesondere der Kunde und die Nachfrage müssen im Mittelpunkt der
Entscheidungsfindung stehen. Für den Erfolg des zukünftigen Unternehmens
ist es existenziell wichtig, sich über den Markt umfassend zu informieren.
In diesem Zusammenhang sollten folgende Fragen beantwortet werden:
- Wie ist die allgemeine Branchenentwicklung?
- Wie wird sich der Markt entwickeln?
- Wie ist das Kundenpotenzial zu beurteilen?
Gibt es neue Nachfragetrends?
- Wer ist die Zielgruppe und wie ist das
Nachfrageverhalten?
- Wie ist die Wettbewerbssituation zu
beurteilen?
- Wie stark sind die Absatzmärkte ausgeschöpft?
Antworten auf diese Fragen reduzieren
die Geschäftsrisiken und sind Basis für fundierte Entscheidungen zur richtigen
Marktpositionierung. Die Marktforschung ist dabei ein Hilfsinstrument,
um an die richtigen Informationen zu gelangen, die wiederum Grundlage für
eine Auswertung und Interpretation sind.
Bei den Methoden der Marktforschung
wird grundsätzlich zwischen zwei Formen unterschieden: Zum einen wird auf
Datenmaterial zurückgegriffen, das bereits vorliegt. Zum Erhalt der notwendigen
Marktinformationen bieten sich folgende Quellen an:
- Gelbe Seiten (Wettbewerb)
- Branchenzeitschriften (Allgemeine Marktdaten,
Betriebsvergleiche, Wettbewerb)
- Bundes- und Landesamt für Statistik
(Einwohner, Haushalte, Konsumverhalten)
- Gesellschaft für Konsumforschung (Marktdaten)
- Internet (Branchen, Wettbewerb)
- Kreditinstitute (Branchendaten, Betriebsvergleiche)
- Institut für Handelsforschung (Betriebsvergleiche)
- Kammern und Verbände (Branchendaten)
Der
Standortfaktor "Kaufkraft" ist neben dem eigentlichen Bedarf
das zweite wichtige Element für die Beurteilung der Nachfrage. Vor allem
im Einzelhandel kommt der Kaufkraft eine besondere Bedeutung zu. Kaufkraft
ist "die Geldsumme, die je Einwohner oder Haushalt des Einzugsgebietes
eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung steht".
Hierbei wird das verfügbare Einkommen um die Sparquote und nicht relevante
Ausgaben gemindert. Die GFK Nürnberg errechnet jährlich sogenannte Kaufkraftkennziffern.
Diese zeigen das Kaufkraftpotential einer regionalen Einheit, wie einem
Stadt- oder Landkreis, im Vergleich zum Bundesgebiet. Bei der Beurteilung
der Kaufkraft müssen auch die Kaufkraftströme berücksichtigt werden, daher
die räumliche und monetäre Zuordnung der Kaufkraft. Hieraus lassen sich
dann Aussagen über die entsprechende Kaufkraftberücksichtigung ableiten.
Marktforschung ist sicherlich kein Wundermittel, aber ein gutes Instrument,
auf das nicht verzichtet werden sollte, um die notwendigen Informationen
zu bekommen.
Das Markt- und Einzugsgebiet
Ausgehend von Standort, der Zielgruppe
und der Marktsituation muss eine Markt- und Einzugsgebietsabgrenzung vorgenommen
werden. Das Einzugsgebiet umfasst nach regionalen Faktoren die potentiellen
Kunden eines Unternehmens und ist damit Bestandteil der Marktsegmentierung.
Folgende Abgrenzungen sind in der Praxis denkbar:
- Staaten
- Bundesländer
- Regierungsbezirke, Kreise, Städte
- Kilometerradius
- Postleitzahlen
Die Zielgruppe
Im Rahmen einer Zielgruppenplanung geht
es um die Auswahl und nähere Bestimmung der möglichen Kunden. Entsprechende
Informationen basieren in der Regel auf eigenen oder externen Marktforschungsergebnissen.
Bei der Zielgruppendefinition können folgende Kriterien zugrunde gelegt
werden:
- Demographische Merkmale (Altersstruktur)
- Funktionsmerkmale im Wirtschaftsprozess
(Endverbraucher, Großhandel, Einzelhandel und so weiter)
- Wirtschaftsbereich oder Branche (zum
Beispiel Maschinenbau)
- Größenmerkmale von gewerblichen Kunden
- Lauf- und Stammkundschaft
- Regionale Abgrenzungsgesichtspunkte
Grundsätzlich
basiert jedes Marketing auf detaillierten Informationen über die Kundschaft.
In der Wertung geht es darum, das Medium zu nutzen, das von den Kunden
wahrgenommen wird, und gleichzeitig Streuverluste zu vermeiden.
Die Wettbewerbssituation
Der Absatzmarkt und die dazugehörigen
Kunden sind die eine Seite des Marktes, die andere Seite ist der Wettbewerb
mit seinem Angebot, der mittelbaren Einfluss auf die Marktakzeptanz des
eigenen Angebotes haben kann. Generell gilt es, sich vom Wettbewerb abzuheben
und sich möglichst nicht auf einen Verdrängungswettbewerb einzulassen.Um
die notwendigen Wettbewerbsvorteile definieren zu können, muss zunächst
eine Wettbewerbsanalyse erstellt werden, in der die Hauptwettbewerber erfasst
werden und ein Stärken-/Schwächenprofil erstellt wird:
- Name und Anschrift
- Leistungsangebot, Preis- und Werbepolitik
- Kundenkreis
- Umsatzschätzung
- Standortbeurteilung
- Besonderheiten (Qualität, Service)
- Stärken und Schwächen
Die
Daten über die Zielgruppe und den Wettbewerb sind die Voraussetzungen für
eine optimale Marktpositionierung. Allerdings gibt es laufende Veränderungen
im Markt bis hin zu Wettbewerbsreaktionen auf das neue Angebot. Diese müssen
kontinuierlich beobachtet und eingeschätzt werden, um möglicherweise wiederum
Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Die Standortfaktoren
Der Standort stellt in der Regel einen
wichtigen Einflussfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens
dar. Vom Grundsatz her sollen bei der Neugründung mehrere Standortalternativen
nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis überprüft werden. Die Standortfaktoren
sind Kostenbestandteile der Preiskalkulation und bestimmen auch dessen
Wettbewerbsfähigkeit. Stehen mehrere Standort zur Auswahl, sollte auf Basis
eines einfachen Punktebewertungsmodells eine Standortauswahl getroffen
werden.
(Quelle: IHK 24)