Glossar | Buchstabe - E -

Eigenkapital

Als Eigenkapital werden diejenigen Mittel bezeichnet, die die Eigentümer eines Unternehmens, diesem zur Verfügung stellen. Bei Einzelfirmen und Personengesellschaften (OHG, KG) wird außerdem das (in der Bilanz nicht ausgewiesene) Privatvermögen der Inhaber bzw. persönlich haftenden Gesellschafter hinzugerechnet. Das Eigenkapital ist die Voraussetzung für eine Fremdfinanzierung, da ohne ausreichendes Haftkapital keine fremden Mittel aufgenommen werden können. Für die Beantragung von ERP-Unternehmerkapital sollte Eigenkapital in Höhe von mindestens 15 % des Kapitalbedarfs nachgewiesen werden.

Einfirmenvertreter

Ein Einfirmenvertreter oder -agent vermittelt Versicherungen für ein einziges Versicherungsunternehmen, an das er vertraglich gebunden ist. Für die Vermittlung erhält er Provisionen. Der Einfirmenvertreter ist an die Produkte seines Vertragspartners gebunden. Teilweise werden den Vermittlern auch Bestände übertragen, aus denen sogenannte Bestandsprovisionen erzielt werden.

Einheitlicher Ansprechpartner

Über Einheitliche Ansprechpartner können Dienstleister im Anwendungsbereich der europäischen Dienstleistungsrichtlinie alle für die Aufnahme und Ausübung ihrer Dienstleistungstätigkeit erforderlichen Verfahren und Formalitäten (z. B. Genehmigungen, Anzeigepflichten) abwickeln. Mehr...

Einkommensteuer

Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ist das zu versteuernde Einkommen einer natürlichen Person innerhalb des Veranlagungszeitraumes. Der Veranlagungszeitraum ist grundsätzlich das Kalenderjahr. Das Einkommensteuergesetz (EStG) kennt insgesamt sieben Einkunftsarten, die der Einkommensteuer unterliegen. Darunter fallen auch die sogenannten Gewinneinkünfte, also die Einkünfte aus Gewerbebetrieb und selbständiger Arbeit. Die Ermittlung des tatsächlich zu versteuernden Einkommens sieht (vereinfacht) folgendermaßen aus: Summe der Einkünfte aus den Einkunftsarten + Hinzurechnungsbetrag - Verlustausgleich = Summe der Einkünfte - Altersentlastungsbetrag - Freibetrag für Land- und Forstwirte = Gesamtbetrag der Einkünfte - Verlustvor- bzw. -rücktrag - Sonderausgaben - Außergewöhnliche Belastungen = Einkommen - diverse Freibeträge = zu versteuerndes Einkommen.

Einnahmen-Überschussrechnung

Das Steuerrecht erlaubt den Personen, die nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns durch eine Einnahmen- Überschussrechnung. Diese kann weiterhin formlos erfolgen.Die Pflichten des Unternehmers sind bei der Einnahmen-Überschuss- rechnung geringer als bei der doppelten Buchführung. Bei der Einnahmen-Überschussrechnung handelt es sich um eine einfache Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben nach dem Prinzip: Betriebseinnahmen - Betriebsausgaben = Gewinn bzw. Verlust. Maßgeblich ist grundsätzlich der tatsächliche Zeitpunkt des Zuflusses/Abflusses. Die Geschäftsvorfälle werden in chronologischer Reihenfolge aufgrund der Buchungsbelege in einem Journal aufgezeichnet. Dabei ist es zweckmäßig, die einzelnen Posten beispielsweise nach Kostenarten zu sortieren. Außerdem müssen das Nettoentgelt, die Umsatzsteuer und der Gesamtbetrag einzeln aufgezeichnet werden. Gewerbliche Unternehmer sind verpflichtet, den Wareneingang und den Warenausgang aufzuzeichnen. Letzteres allerdings nur, wenn die Ware an einen anderen gewerblichen Unternehmer zur Weiterveräußerung oder zum Verbrauch geliefert wird.

Einstiegsgeld

Wer eine selbständige Tätigkeit aufnimmt, kann Einstiegsgeld als Zuschuss zum Arbeitslosengeld II beantragen. Es kann längstens für 24 Monate bezogen werden und soll dem Existenzgründer dabei helfen, im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Wie hoch der Zuschuss im Einzelfall bemessen wird, hängt zum Beispiel von der Dauer der vorangegangenen Arbeitslosigkeit und der Größe der Bedarfsgemeinschaft ab.

Einzelunternehmung

Als Einzelunternehmen bezeichnet man im weitesten Sinne jede selbständige Betätigung einer einzelnen natürlichen Person, im engeren Sinne eine Unternehmung eines voll haftenden Einzelkaufmanns. Einzelunternehmen können als kleinste wirtschaftliche Zelle angesehen werden, da sie dem Bürger auch ohne große finanzielle Rücklagen die Gründung einer Firma ermöglicht. Begünstigt wird dieser Umstand auch durch spezielle Gewerke in der Handwerksrolle, die keiner besonderen Voraussetzung bzw. Vorbildung (zum Beispiel ein Meisterbrief) bedürfen. Den Betreiber eines Einzelunternehmens nennt man Inhaber. Sie haben das alleinige Geschäftsführungs- und Kontrollrecht, dafür haften Sie unbeschränkt mit Ihrem Geschäfts- und Privatvermögen. Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich. Als Inhaberin bzw. Inhaber fällt der finanzielle Erfolg allein Ihnen zu, es sei denn, Sie haben stille Gesellschafter. Jeder Kaufmann ist zur Handelregistereintragung einer Firma verpflichtet, es sei denn, sein Unternehmen erfordert nach Art und Umfang keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb. In das Handelsregister eingetragene Unternehmen müssen auf Geschäftsbriefen Firma, Sitz, Registergericht und Handelsregisternummer angeben. Erfordert der Betrieb wegen der einfachen Art und des geringen Geschäftsumfangs keine kaufmännische Geschäftseinrichtung, handelt es sich um ein Kleingewerbe. Kleingewerbetreibende sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Handelsregistereintragung einer Firma herbeizuführen. Werden sie auf ihren Wunsch in das Handelsregister eingetragen, wirkt die Eintragung konstitutiv. Mit der Handelsregistereintragung unterliegen Kleinbetriebe den Vorschriften des Handelsgesetzbuches.

Erlaubnis

Schätzungsweise 30 bis 35 Prozent aller Gewerbeanmeldungen brauchen eine Erlaubnis. Generell lassen sich Gewerbeanmeldungen in zwei Gruppen unterteilen: 1. Erlaubnisfrei: Das Gewerbeamtbestätigt die Anmeldung innerhalb von drei Tagen. Einschränkung: Wird ein überwachungsbedürftiges Gewerbe (zum Beispiel. Auskunftei, Detektei, Ehevermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro; s. § 38 Gewerbeordnung) ausgeübt, so muss der Gründer dies selbst beantragen und der Gewerbeanmeldungein polizeiliches Führungszeugnis(„zur Vorlage bei Behörden“) sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters beifügen. Auch wenn das Gewerbeamt eine Anmeldebestätigung bereits zugeschickt hat, kann das Gewerbe im nachhinein untersagt werden, wenn Zweifel an der persönlichen Zuverlässigkeit des Gründers bestehen. 2. Erlaubnispflichtig: Die Erlaubnis muss bei der zuständigen Behörde beantragt werden. Sie hängt – je nach Gewerbe – von verschiedenen Nachweisen ab, die der Gründer selbst beibringen muss. Tipp: Der Gründer sollte sich beispielsweise beim Berater der IHK über die zuständige Behörde informieren und die erforderlichen Nachweise beantragen, um unnötigen Zeitaufwand zu vermeiden. Die meisten Erfordernisse lassen sich mit den drei folgenden Kategorien beschreiben: persönliche Zuverlässigkeit: zum Beispiel durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses und Auszugs aus dem Gewerbezentralregister sowie einer Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts; sachliche Voraussetzungen: zum Beispiel Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auszug aus dem Insolvenzregister und Auszug aus dem Zentralschuldenregister), erforderlicher Zustand der Gewerberäume durch Bauzeichnung; fachliche Voraussetzung: Ausschlaggebend hierfür sind – je nach geforderter Qualifikation – die Teilnahme an einer Weiterbildung mit oder ohne Prüfung, eine Ausbildung oder aber ein Studium.

Erlaubnispflichtige Gewerbe

Grundsätzlich besteht in Deutschland Gewerbefreiheit. Dies bedeutet, dass jeder eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen kann, ohne Rücksicht auf Alter, Herkunft oder Ausbildung. Für einige Gewerbe sind jedoch eine Erlaubnis oder Zulassung und damit besondere Nachweise insbesondere der Fachkunde erforderlich.

Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz (§43)

Personen, die gewerbsmäßig Lebensmittel herstellen, behandeln oder in den Verkehr bringen oder in Küchen von Gaststätten, Restaurants, Cafés oder sonstigen Einrich- tungen mit und zur Gemeinschaftsverpflegung tätig sind, benötigen vor erstmaliger Ausübung der Tätigkeit eine Bescheinigung gemäß § 43 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt. Diese Bescheinigung wird nach Teilnahme an einem Belehrungsge- spräch ausgestellt. Zur Anmeldung ist der Personalausweis erforderlich

Ertragsvorschau

In der Ertragsvorschau werden den künftigen Umsätzen und Erträgen die prognostizierten Kosten gegenübergestellt und aus der Differenz ein Jahresüberschuss oder -fehlbetrag gebildet. Die Ertragsvorschau dient zur Prüfung der künftigen Rentabilität des Unternehmens.

Existenzgründung

Existenzgründung ist das personenbzogene erstmalige oder in bestimmten Fällen erneute Selbstständigmachen zur Schaffung einer eigenen beruflichen Existenzgrundlage

Mentor-Service