Glossar | Buchstabe - H -

Haftungsfreistellung

Bei der Vergabe öffentlicher Fördermittel übernimmt die Hausbank gegenüber dem Hauptleihinstitut (KfW) in der Regel die volle Haftung für die Rückzahlung der Kredite. Unter der Haftung wird dabei die Verpflichtung verstanden, für eine Verbindlichkeit einzustehen, die aus einem vertraglichen Schuldverhältnis herrührt. Bei einer haftungsfreistellung durch die KfW reduziert sich diese Verpflichtung der Hausbank. So vermindert sich die Haftung bei StartGeld und Mikro-Darlehen um 80 Prozent, beim Unternehmerkapital sogar um 100 Prozent.

Haftungsrisiko

Mit Haftung wir im rechtlichen Bereich allgemein die Verantwortlichkeit für ein bestimmtes Handeln aber auch Unterlassen bezeichnet, mit der eine sog. Rechtsfolge verbunden ist. Es wird dabei zwischen zwei Grundtypen, der vertraglichen und der gesetzlichen Haftung unterschieden. Ein Haftungsrisiko besteht folglich immer dann, wenn aus den Geschäftsprozessen ein solcher Anspruch erwachsen könnte.

Handelsgewerbe

siehe Kaufmann

Handelsregister

Das Handelsregister ist ein amtliches, öffentliches Verzeichnis aller Kaufleute und Handelsgesellschaften, das beim Amtsgericht geführt wird. Es soll zuverlässig Auskunft über wichtige Tatsachen geben, die für den Abschluss von Verträgen eine Rolle spielen können. Im Handelsregister kann sich jedermann über die genaue Firmenbezeichnung, den Sitz, die Inhaberverhältnisse, eventuelle Haftungsbeschränkungen und vertretungsberechtigte Personen informieren. Wegen der Bedeutung dieses öffentlichen Registers müssen Neueintragungen, Berichtigungen und Löschungen über einen Notar angemeldet werden. Das Gesetz verneint die Eintragungspflicht jedoch für »Personen, deren Gewerbebetrieb nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert«.

Handelsvertreter

Handelsvertreter sind selbstständige Gewerbetreibende, die ständig damit betraut sind, im Namen und für Rechnung eines anderen Unternehmens Geschäfte zu vermitteln oder abzuschließen. Er unterscheidet sich dadurch vom Vertragshändler, der im eigenen Namen und für eigene Rechnung handelt, ebenso wie vom Kommissionär, der zwar ebenfalls für fremde Rechnung, aber im eigenen Namen handelt.

Handwerk

Der selbständige Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe ist nur den in der Handwerksrolle eingetragenen natürlichen und juristischen Personen und Personengesellschaften (selbständige Handwerker) gestattet. Personengesellschaften im Sinne dieses Gesetzes sind Personenhandels- gesellschaften und Gesellschaften des Bürgerlichen Rechts. (2) Ein Gewerbebetrieb ist Handwerksbetrieb im Sinne dieses Gesetzes, wenn er handwerksmäßig betrieben wird und ein Gewerbe vollständig umfaßt, das in der Anlage A aufgeführt ist, oder Tätigkeiten ausgeübt werden, die für dieses Gewerbe wesentlich sind (wesentliche Tätigkeiten). (§1 HandwO)

Handwerksähnliche Gewerbe

Wer den selbständigen Betrieb eines handwerksähnlichen Gewerbes als stehendes Gewerbe beginnt oder beendet, hat dies unverzüglich der Handwerkskammer, in deren Bezirk seine gewerbliche Niederlassung liegt, anzuzeigen. Bei juristischen Personen sind auch die Namen, der gesetzlichen Vertreter, bei Personengesellschaften die Namen der vertretungsberechtigten Gesellschafter anzuzeigen. Ein Gewerbe ist handwerksähnlich im Sinne dieses Gesetzes, wenn es in einer handwerksähnlichen Betriebsform betrieben wird und in der Anlage B zu diesem Gesetz aufgeführt ist. (§18 HandwO)

Handwerkskammer (HWK)

Die Handwerkskammern vertreten die Interessen des Handwerks im Kammerbezirk gegenüber Politik und Verwaltung. Sie sind darüber hinaus insbesondere für die berufliche Information, Bildung und Qualifizierung zuständig. Sie sind die erste Anlaufstelle für Existenzgründer sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine betriebswirtschaftliche oder rechtliche Beratung suchen. Die Handwerkskammern führen zudem die Handwerksrolle, das Verzeichnis der Inhaber eines zulassungsfreien Handwerks oder handwerksähnlichen Gewerbes und die Lehrlingsrolle. Schließlich begutachten sie Unternehmenskonzepte (zum Beispiel zur Vorlage bei Kreditgesprächen oder zur Beantragung von Überbrückungsgeld). Die Adressen aller Handwerkskammern finden Sie unter: www.zdh.de.

Handwerksordnung

siehe Handwerksrecht

Handwerksrecht

Das Handwerksrecht (Handwerksordnung) wird unter anderem geregelt in den Anhängen A1 (Vollhandwerk - Meisterpflicht, A2 zulassungsfreies Vollhandwerk - keine Meisterpflicht, und B handwerksähnliche Tätigkeiten - keine Meisterpflicht).

Handwerksrolle

In die Handwerksrolle wird grundsätzlich nur eingetragen, wer in dem zu betreibenden Handwerk die Meisterprüfung bestanden hat. Ausreichend ist nunmehr, dass auch ein Betriebsleiter die meisterlichen Voraussetzungen erfüllt. Sogenannte Altgesellen können nach einer sechsjährigen einschlägigen Berufsausübung, davon insgesamt vier Jahre in leitender Stellung, die Ausübungsberechtigung erhalten. Dann sind sie in die Handwerksrolle einzutragen. Ausnahmsweise können auch andere Prüfungen anerkannt werden, wenn diese "gleichwertig" sind (z. B. Abschlussprüfungen an einer deutschen Hochschule oder Diplom eines anderen EU-Mitgliedstaats).

HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) ist ein Hauptbestandteil des Handelsrechts in Deutschland. Es regelt die Rechtsverhältnisse der Kaufleute und wird daher auch als das „Sonderprivatrecht der Kaufleute“ bezeichnet.

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